Sonntag, 12. April 2015

Rohkostsalat

Wurzeln (Karotten, Möhren - egal, wie Ihr sie nennen mögt) werden hier meist in 500 g-Packungen verkauft. Single-Haushaltsluxusproblem: mehr als zwei Mahlzeiten mit Wurzelgemüse fangen an, mich zu nerven. Sie sind tagelang im Kühlschrank haltbar und gucken mich bei jeder Türöffnung vorwurfsvoll an:

Wir sind gesund! Wir sind lecker! Iss uns!

Rohkost wäre da eine Option, und Apfel-Wurzel-Rohkost ist nicht unlecker... zur besseren Vermeidung vom Anlaufen der Äpfel kenne ich nur Zitronensaft. Ach ja: Äpfel und Zitronen habe ich gerade vorrätig. Aber nur Zitrone? Bisschen sauer und laaaaangweilig.

Zusätzlich habe ich einen Kopf Eisbergsalat eingekauft - Rucola wäre mir lieber gewesen, ist aber hier im Moment nur schwer zu bekommen, außerdem verdirbt er schnell, so bald die Verpackung geöffnet ist. (Schon wieder dieses Single-Problem!) Okay, Eisbergsalat hat einen leicht süßlichen Geschmack und müsste mit Apfel-Wurzel-Raspeln harmonieren...



Äpfel und Wurzeln sind schnell geschält, die Zitrone ausgepresst. Ich habe eine sehr gute Küchenmaschine mit viel Zubehör, so dass die Rohkost schnell grob geraspelt war.

Jetzt das eigentlich Besondere an meinem Rezept:

  • Der Saft einer Zitrone wird mit
  • zwei Eßlöffeln "condimento balsamico" (eine Mischung weißer Balsamico mit Traubensaft)
  • und zwei Eßlöffeln Öl, aromatisiert mit Zitrone und Thymian
  • sowie reichlich buntem Pfeffer aus der Mühle

mit einem Schneebesen zu einem Dressing geschlagen.

Der Einfachheit halber gebe ich das Geraspelte direkt hinein und rühre es kräftig durch.

Ein Teil des Eisbergsalates wird in grobe Streifen geschnitten und bildet die Basis, darauf kommt eine Menge Rohkost, der Rest (es ist natürlich für eine Person zu viel) verschwindet gut abgedeckt im Kühlschrank und ist auch am nächsten Tag noch lecker!

Sonntag, 15. Februar 2015

"Bolognese"

Bringt mich nicht gleich um, wenn ich dieses hier als "Soße Bolognese" bezeichne, es ist das, was ihr immerhin nahe kommen soll. In einer echten "Bolognese" sind noch mehr Gemüsesorten vertreten, und das Ganze muss - so weit ich es verstanden habe - stundenlang vor sich hin köcheln.

Was ich gestern hier fabriziert habe, schmeckt (mir) allerdings oberlecker!



Die Zutaten seht Ihr auf den Bildern ganz gut... ich habe drei von den kleinen Dosen mit geschälten Tomaten genommen (Achtung: bei REWE stehen in der Abteilung "Nudeln & Nudelsoßen" nur die teuren, großen Dosen. Einfach mal in der normalen Konservenabteilung in Bodennähe nachsehen... schmeckt nicht schlechter - und man spart Geld!)

Ein paar Wurzeln/Karotten/Möhren, eine Handvoll Schalotten (weil Zwiebeln immer in großen Mengen verkauft werden und mir dann so viele schlecht werden), eine Packung Iglo-Suppengemüse (weil das "richtige" Suppengemüse oft nicht wirklich gut aussieht!), schon wieder meine Instant -Brühe (ja, ja, lacht nur!), ein Stück Ingwerwurzel (weil hier so ein Teil rumdümpelt und immerhin verbraucht werden muss), etwas Pfeffer, Salz, ein Pfund gemischtes Hack (na, wer weiß noch, wieviel ein Pfund ist???), ein Lorbeerblatt. Ach ja, etwas Rotwein ist auch nicht schlecht.

Man erhitze etwas Olivenöl im Topf, pfeffere das Hackfleisch und brate es heftig an. Dann kommen Zwiebeln, Ingwer, Schalotten und ein Lorbeerblatt hinzu und werden kräftig angebraten. Ablöschen mit einem Schuss Rotwein. (Mir blutet immer das Herz, wenn ich den gerade aktuellen Lieblingswein ins Essen kippe, aber nützt ja nichts...)

Sodann kommen die inzwischen in Würfel geschnittenen Wurzeln dazu...


Wenn das alles gut angebraten und durchgerührt ist, kommen die Dosentomaten rein, werden gut durchgerührt, Deckel drauf und vor sich hin schmurgeln lassen.


Wenn dann irgendwann der große Hunger kommt, geht es so weiter:

Ein Teller wird fein gemacht mit so viel Rucola, wie drauf passt...


... Pasta gekocht (ich bevorzuge "penne rigate") und aufgefüllt, sodann das Gericht mit frisch geriebenem Parmigiano gekrönt.

Sonntag, 8. Februar 2015

Lauchsuppe (Porreesuppe)

Mit dem neudeutschen "Lauch" kann ich mich nur schwer anfreunden, hier in Hamburg sagt man Porree.

Das Ursprungsrezept war "Englische Lauchsuppe," aber ich habe es im Laufe der Zeit so weit verfremdet, dass es irgendwie meine eigene Porreesuppe wurde. Gelegentlich packt mich der Heißhunger auf so etwas:


Da es die meisten Zutaten nur in großen Abpackungen gibt, habe ich von derartigen Gerichten immer drei oder vier Tage lang etwas. Portionsweise in der Mikrowelle erhitzt, ist das auch eine feine Sache für gestresste Büroheimkehrer, ich genieße inzwischen den Luxus, mir ganz schnell eine leckere Portion heiß machen zu können...

Ich nehme also vier Porreestangen, vier Mettenden, vier Tomaten und eine Packung fertiger Gnocchi...


... putze, wasche und zerkleinere Porree und Tomaten, schneide die Mettenden klein und erhitze ein wenig Olivenöl in einem großen Topf. Man kann klein geschnittene Zwiebeln mit hinein geben oder eine geschnittene Mohrrübe (hier sagt man: Wurzel!), was gerade noch so im Kühlschrank herum liegt, auch Bacon oder Schinkenreste gehen...

Die Wurstscheiben werden nun einmal heiß und zackig angebraten, dann kommt das Gemüse hinein.


Hat jemand Gemüsebrühe vorrätig? Ich habe keine in Reserve oder im TK-Schrank, also kommt die gute Instantbrühe von Knorr zum Zuge. Ein Esslöffel voll reicht! Außer Ihr mögt es recht salzig, dann geht auch mehr. Das alles wird aufgegossen mit einem Schuss Wasser. Wenn die ganze Angelegenheit kocht, kommen die fertig gekauften Gnocchi hinein. Einmal umgerührt, aufkochen lassen, Deckel drauf - Hitze ausschalten und eine Weile stehen lassen. Fertig.


Nachsatz: Das Original (Englische Lauchsuppe) sah Bacon vor anstatt der Mettenden und geschälte, gewürfelte Kartoffeln. Da ich mehrere Tage lang davon esse und aufgewärmte gekochte Kartoffeln überhaupt nicht mag, kommt mir die Lösung mit den Gnocchi sehr entgegen.

Montag, 2. Februar 2015

In de Kök

Mein ehemaliger Küchen-Mitschreiber hat inzwischen seinen eigenen Küchenblog. Bitte hier entlang: In de Kök. Das ist übrigens Plattdeutsch und heißt so viel wie "In der Küche."

Samstag, 31. Januar 2015

Rindergulasch mit viel Gemüse und Polenta

Ich bin nicht so der große Fleischesser, aber wenn mein Körper sagt: "Fleisch!" und ich alle möglichen und unmöglichen Fleischgerichte halluziniere, wird es Zeit; ganz ungewöhnlich dabei, dass es schon zum zweiten Male innerhalb einer Woche passiert. Egal, ich scheine es zu brauchen. Aber nicht ohne Gemüse!

Folglich kochte ich heute einen Rindergulasch-Gemüsetopf ;-)

  • gut 500 g Rindfleisch (alles, was an der Fleischtheke vorrätig war!)
  • mehrere klein geschnippelte Schalotten
  • ein klitzekleines bisschen Ingwerwurzel, auch zerkleinert
  • ein paar Lorbeerblätter
  • etwas italienisches Kräutergewürz, heute speziell wegen der getrockneten Knoblauchstückchen (vergessen, Knoblauch einzukaufen)




  • eine Zucchini (es widerstrebt mir, den italienischen Plural hier im deutschen Singular zu missbrauchen)
  • zwei Tomaten

gewaschen und geschnippelt.

In Ermangelung einer großen Pfanne brate ich Fleisch immer gleich im Topf an. Das funktioniert, weil er einen großen Durchmesser hat und dabei flach ist - insofern einer Pfanne bezüglich Funktionalität ähnlich ist.

Also Öl in den Topf, das Fleisch gepfeffert, rein damit! Dann Zwiebeln, Lorbeer usw. dazu und alles kräftig durchbraten lassen. Gelegentlich umgerührt. Dran gedacht, zwei Peperoni (entkernt!) klein geschnitten mit in den Topf zu tun. Nicht mehr, sonst wird es zu scharf - und man möchte ja auch noch den anderen Zutaten hinterher schmecken können...

Während dessen zwei sehr große und knackige rote Paprikaschoten zerkleinert, die das Gemüse dann komplettiert haben:



Als ich das Fleisch mit einen Glas meines Lieblingsrotweins ablöschte, blutete mir fast das Herz. Aber: ein gutes Gericht verlangt erstklassige Zutaten!



Das Gemüse dazu, dann allerhand Gewürze bzw. Gewürzkräuter, unter anderem Oregano, Majoran, ein paar Pfefferkörner, etwas Salz (ich salze immer sparsam, mir schmeckt viel Salz im Essen nicht), mit einem Schuss Wasser aufgefüllt, damit alles knapp bedeckt ist, Deckel drauf und schmurgeln lassen.


Da ich nicht so der große Kartoffel-Fan bin, Reis letztens schon dran gewesen war, ich auf Pasta keinen Appetit hatte, fiel mir Polenta ein. Polenta ist schnell gemacht, wenn man die Mengenverhältnisse kennt. In meinem Falle 125 g Polenta auf 0.5 l Wasser (mit etwas Salz), man kann für den guten Geschmack etwas Butter einrühren. (Das ist natürlich für eine Ein-Personen-Portion viel zu viel, Polenta kann man aber, wenn sie fest geworden ist, prima in Stücke schneiden und zusammen mit dem Essen wieder heiß machen. Oder einfach in Scheiben schneiden und anbraten.)

Bratwurst-Gemüsepfanne mit Reis

Das liest sich abenteuerlich, zugegeben.

Zwei feine Bratwürste in Öl scharf angebraten, dazu dann ein paar klein geschnittene Zwiebeln und allerlei von diesen sogenannten "Snack-Paprika"-Schoten (die immer noch original verpackt im Kühlschrank lagerten und allmählich mal weg mussten), kleingeschnitten natürlich. Alles gut in der Pfanne mischen und ein paar Minuten durchbraten. Zwei Peperoni aus dem Glas (was auch so im Kühli vor sich hin dümpelt) entkernt und klein geschnipselt, rein in die Pfanne... ein bisschen von meinem italienischen Kräutergewürz reingerührt, dann ein Paket passierte Tomate drüber gekippt. Alles um die Bratwürste herum vermischt, Deckel auf die Pfanne gepackt und vor sich hin schmurgeln gelassen.

Reis gekocht, abgegossen... aufgefüllt.

Das reichte für zwei Portionen. Also den restlichen Reis zu dem restlichen Kram in die Pfanne gegeben, am nächsten Tag nochmal aufgebraten. Ergebnis: Noch viel leckerer als am Vortage!

Foto gibt es nicht. Der Grund: Das Gericht schmeckt zwar phantastisch, sieht aber nicht wirklich fotogen aus.

Manchmal...

... passieren Dinge, die mich am hier gerade wieder aufgenommenen Posten hindern. Erst geht das Gerät, auf dem die letzten Fotos lagern, in Reparatur, dann stehen familiäre Sorgen im Vordergrund, die mir sämtlichen Appetit rauben. Wer will schon Bilder sehen von lieblos belegten Brötchen oder Brotscheiben, von Wassergläsern, halb aufgegessenem Fertig-Kartoffelbrei?

Es gibt immer gefühlte tausend Gründe für längere Blog-Pausen.

Aber nun wieder! Happy New Year!